26. Februar 2024

Die Spielidee


Der Spielplan zeigt eine kleine Stadt, einen Marktflecken mit selbigen im Mittelpunkt. Um diesen zentralen Markt gruppieren sich die wichtigsten Elemente. Unmittelbar an der Einstiegsstrasse befindet sich das Währungsamt, gefolgt am Ring von Markt- und vom Grundamt. Das Ratshaus, Schule, Gericht, Kaufhaus und Kirche sind vom Markt erreichbar. An der Außenseite einer Ringstrasse befinden die Grundstücke der Spieler und weitere öffentliche Gebäude. Ein Finanzamt werden sie aber vergeblich suchen. “Wahl frei” Felder ermöglichen durch eigenverantwortliche Entscheidungen einen schnellen Ortswechsel auf dem Spielbrett.
Die Felder am Rand dienen der Rundenzählung sowie zur Markierung wann die letzte Demurage bzw. Pachtzahlung fällig war.

Schon vom Aussehen her hat dieses Spiel daher wenig mit einem Monopoly inklusive Antimonopoly zu tun. Natürlich beinhaltet es einzelne Elemente, welche auch dort vorkommen. Auch deshalb, um Vertrautes zu entdecken und Vergleich-, nicht Vergleich- oder Unvergleichbares zu finden.

Es geht hier um eine funktionierende Marktwirtschaft nach den Prinzipien einer natürlichen Wirtschaftsordnung. Und für eine solche sind neben den Marktteilnehmern zwei Dinge notwendig.

A) Rohstoffe – natürlichen Ressourcen – zur Herstellung von Dingen des täglichen Bedarfs und des schönen Lebens.
B) ein Universaltauschmittel (TE = Geld) zum Austausch von aus den Rohstoffen/Ressourcen hergestellten Waren und von Dienstleistungen unter den Marktteilnehmern.
Beides wird im vorliegenden Spiel zum Eigennutz allen “Marktteilnehmern” vom Markt entgeltlich zur Verfügung gestellt.

Das bedeutet:

Die Rohstoffe/Ressourcen sind im Spiel auf benutzbare Grundstücke eingegrenzt. Entgeltlich heißt in diesem Fall, für die als Erbpachtland in Besitz genommenen GS ist regelmäßig die Pacht an das Marktamt zu zahlen. Zuständig ist dafür das Grundamt.

Das Tauschmittel TE wird pro Marktteilnehmer geschöpft, Selbigem und der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt. Entgeltlich heißt hier, in regelmäßigen Abständen wird im Rahmen einer Demurage eine prozentuale Summe auf die nicht ausgegebenen, also in Geldbörse oder auf den Konten geparkten TE erhobenen. Wer seine ihm zur freien Verfügung gestellten oder durch geschäftliches Handeln erworbenen TE schnellstens wieder ausgibt oder über die Bank anderen wieder zur Verfügung stellt wird wenig bis keine Demurage zahlen.

UND der Clou:
Im Anschluss an die Demurage werden die von allen Konten, inklusive Marktkonto, eingezogen TE als “neue” TE in Form eines echten Bürgergeldes wieder gleichmäßig pro Kopf (Spielfigur) verteilt. Zuständig ist das Währungsamt.
Und auch im Anschluss an die Erbpachtzahlung werden 50% der Einnahmen getreu dem Motto “Wir leihen uns die Erde nur von unseren Kindern” wieder pro Kopf Kinderspielfigur als “Kindererziehungsaufwandsentschaedigungszahlung”, sprich “Kindergeld” verteilt, 50% verbleiben beim Marktamt für “öffentliche” Aufgaben und Verwaltung. Zuständig ist das Marktamt.

Natürlich ist auch hier das Ziel zu gewinnen. Doch wer gewinnt? Bei Monopoly ist das am Ende ganz eindeutig derjenige, welcher alle anderen in den Bankrott getrieben hat. Oder humaner ausgedrückt, derjenige, welcher den größten Wohlstand auf Kosten der Mitspieler erreicht hat. Ob der Gewinner aber am Ende einsam und allein auf dem Spielfeld zurückbleibt oder, im Gegensatz dazu, er der Beste der Besten ist, das ist ein großer Unterschied.

Das Spiel endet:

  • wenn alle Spieler bis auf Einen Pleite sind (sehr unwahrscheinlich) oder
  • alle Grundstücke vergeben, optimal bebaut und alle Sachwerte einen Besitzer gefunden haben, oder…
  • die vereinbarte Spielzeit vorbei ist oder
  • die vereinbarte Rundenzahl ist gespielt.

Gewonnen hat, wer in der Endabrechnung das größte Pro Kopfvermögen angesammelt hat.

Sollten am Ende des Spieles (welches am effektivsten durch ein Limit festgelegt wird) alle Spieler ihren Wohlstand gemehrt haben, so dürften dann alle dieses Spiel als gefühlte Sieger beenden. Und das wäre mal eine neue gesellschaftliche Erfahrung.