2. März 2024

Eine Seite voller Hetze

Beliebte Mittwochslektüre ist die Leserbriefseite der Freien Presse. Aktuelles Thema, wie nicht anders zu erwarten, der Krieg in der Ukraine. Und da vor allen die “Bösen Russen” und der “Böse Demagoge Putin”. Die seit Jahren aufgebaute “öffentliche Meinung” wird vielfältig ganz Individuell dargestellt und in einem imaginären Wettbewerb versuchen sich die einzelnen “Leserbriefschreiber” im Russen-Basching zu übertreffen. Sachlichkeit ist nicht zu finden, maximal in homöopathischen Dosen. Selbst die seit über 30 Jahren aus Deutschland abgezogenen russischen Truppen müssen in ihrer “Bösartigkeit” herhalten. Der “Russe”! Es wird keinerlei Unterschied zwischen dem einfachen russischen Menschen und ihrer politischen Elite gemacht. Manche Leserbriefe erfüllen den Tatbestand der Volksverhetzung. Ein Bildniss des deutschen Realzustandes? Oder ist das nur der Plan?

In Deutschland arbeitende russische Künstler werden plötzlich aus ihren Tätigkeiten gedrängt und gemobbt – weil sie neutral bleiben wollen. Jegliche Vernunft und Verhältnismäßigkeit werden in Bezug auf Russland und Menschen russischer Nationalität über Bord geworfen.

Kleine Übersetzungsfehler machen dann aus der Ankündigung Russlands, die ABWEHRstreitkräfte in Bereitschaft zu versetzen ATOMstreitkräfte. Beides fängt schließlich mit A an, letzteres ist aber besser geeignet das Feinbild zu aktivieren. Übrigens war es auch nur ein kleiner Übersetzungsfehler, welcher zum Angriff Japans auf Pearl Harbour führte.

Und zum wiederholten Male ist es eine SPD geführte Regierung, welche Milliarden für Kriegsgerät locker macht. Man hat den Eindruck, für unsere Regierung sei die Bewilligung der Kriegskredite 1914 damals eine Sternstunde ihrer Politk gewesen, eine Sternstunde, welche man gern wiederholen möchte wenn man sonst schon nichts zu bieten hat. Der (vergessene) Jugoslavienkrieg Ende der 90ziger hatte halt nicht den entsprechenden Erfolg. Und wie bei letzt genannten wieder mit von der Partie – die GRÜNEN. Hauptsache, die Panzer fahren mit Biodiesel.

Und alles geschieht in völliger Verdrehung der Vorgeschichte. Und im Bruch bestehender Vereinbarungen.

Vorraussetzung für die Deutsche Einheit war die Zusage, die Nato nicht nach Osten auszudehnen. Mittlerweile ist Russland von einem Netzwerk von NATO-Stützpunkten umzingelt. Man reizt den Bären.
Die Nato installiert ein faschistisches System in der Ukraine, dieses diskriminiert die russische Bevölkerung und geht genozidal gegen sie vor. Seit über 8 Jahren! – und wenn der gereizte Bär reagiert wird er verurteilt.

Wer sich an die Seite von Faschisten stellt, ist selber ein Faschist. Hat das so oder ähnlich nicht ein gewisser Steinmeier gesagt?
Ach ja, das gilt ja nur für Kritiker im eigenen Land.

Die Demagogen sitzen hinter unser eigenen Regierung.

Wichtiger als alle möglichen Schuldzuweisungen und Verurteilungen ist es aber nach Wegen und Lösungen zu suchen. Wie können wir die millitärische Auseinandersetzung so schnell wie möglich beenden und allen Geflüchteten eine Heimkehr in ein friedliches und freies Land ermöglichen. Doch dazu nutzt es nichts Waffen zuschicken, sondern Diplomaten. Und dazu muss man auch auf die berechtigten Ängste und Befürchtungen Russlands entsprechend deeskalierend reagieren. Der Rückzug der NATO wäre ein guter Schritt.

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